
Nach längerer Abstinenz bin ich derzeit regelrecht abhängig vom Nähen. Mein Nacken dankt es mir nicht, dafür ist mein Kleiderschrank begeistert. Dieses Modell in einem wunderschönen herbstrot habe ich z.B. nach einem BIBA-inspirierten Kleid aus den 60s genäht, das ich nur von einem Bild kannte. Den Schnitt habe ich in einer alten Burda (März 1966) gefunden – zumindest einen recht ähnlichen, den ich anpassen konnte. Es lebt ganz von der Schleife, die den kurzen Stehkragen über einem länglichen Ausschnitt schließt (s. Bild unten) und den extraweiten Armen, die mit einer Manschette geschlossen werden. Ich finde es ganz hinreißend! Es passt sehr gut zum momentanen Wetter in Berlin: Sonnig herbstlich und noch nicht zu kalt.
Nur beim Stoff habe ich leider etwas daneben gegriffen. Wider meiner Absicht einen guten aus 100% reiner Schurwolle zu nehmen, entschied ich mich der faszinierenden Herbstfarbe wegen für ein Gemisch. Leider schränken schon 15% Polyester den Tragekomfort und somit den Tragewillen ein. Man sieht es ihm nicht an, dem Kleid, aber man spürt es. Ich komme mir ein wenig vor wie eine leicht entzündliche Fackel ;D
Und dabei kommt der Stoff aus meinem neuen Lieblingsstoffladen im Wedding, nämlich Berlins Welt der Stoffe. Ein Besuch ist dem geneigten Stoffliebhaber wirklich sehr zu empfehlen, denn natürlich gibt es in der Welt der Stoffe auch welche ohne Polyester – und zwar gleich auf 400 m2! Da lacht das Herz


