Archiv für ‘Filme’

Oktober 15, 2010

Ist Bond out!?

Ein Quantum Trost mag schon 2 Jahre alt sein, an mir ist es aber aus ehrlichem Desinteresse vorbei gegangen. Vor 2 Wochen bin ich durch Zufall bei LoveFilm darauf gestoßen und habe ihn gedankenlos meiner Leihliste beigefügt. Wie es der Teufel so will, lag er in meinem nächsten Umschlag. Nach nur 20 Minuten haben wir den Film einstimmig unterbrochen.

Woran lag’s!??

Zum Beispiel an der nervenden Kameraführung. Szenen von oben, noch mehr Szenen von unten, nur auf Augenhöhe konnte man dem blonden Bond selten begegnen. Und nur weil es der Computer möglich macht, muss der Cutter nicht unbedingt alle Einblendungen unter die Wahrnehmungsgrenze setzen. Das macht die schale Action auch nicht heißer. Wenn dann auch noch ein blonder Eisschrank ohne auch nur ansatzweisen Charme einen nach dem anderen kalt macht, ist es mit meiner Geduld vorbei.

Es geht mir jetzt nicht darum klar zu machen, welcher Schauspieler für mich der „echte“ Bond ist – bis auf Timothy Dalton kann ich jedem was abgewinnen – sondern darum zu fragen, warum der neue Bond nun dringend eine widerliche Kampfmaschine sein muss. Das verstehe ich nicht. Ist die Zeit des Gentleman vorbei? Ist der Egoshooter Gott? Ist Bildung Sache der Kommunen?

März 7, 2010

Alice in Wonderland von Tim Burton in 3D

…muss man nicht sehen!

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Oktober 22, 2009

Wüstenblume in den Eva-Lichtspielen Berlin

In Berlin-Wilmersdorf gibt es ein altes Kino, die Eva Lichtspiele. Es ist klein, der Ton Dolby SR und man sitzt ein bisschen schlecht. Dafür ist es seit 1912 100% helmfrei, will heißen, ich liebe es und warte lieber bis die Filme dort gezeigt werden anstatt mich in eine moderne Klimaanlagen-Eiszelle zu setzen, wo ich mir nicht mal meinen Platz und somit meinen Nachbarn selbst aussuchen kann.

Und dort im Eva habe ich mir vor kurzem Wüstenblume angeschaut.

Kurzinhalt
Der Film erzählt die Geschichte von Waris Dirie, die es als Tochter von Nomaden aus der somalischen Wüste als Topmodel auf die Laufstege der Welt geschafft hat. Die Schattenseite dieses Traums: Waris Dirie wurde als kleines Mädchen Opfer weiblicher Genitalverstümmlung, was sie auf dem Höhepunkt ihrer Karriere publik macht. Seither kämpft sie für die Abschaffung des Rituals.

Mein Eindruck
Ich persönlich mag Filme mit so schwerwiegender Thematik eigentlich nicht, einfach weil ich ungern betroffen bin. Aber da es sich hier nicht um irgendwas erfundenes aus USA handelt, sondern um eine wahre Geschichte, wollte ich den Film dann doch sehen. Der Trailer hatte mir gut gefallen (s.o.) und ich mag Liya Kebede, die Hauptdarstellerin.

Leider hat mich das ganze dann doch total umgehauen. Obwohl ich wußte, worum es geht, war ich so naiv zu glauben, es sei vielleicht nicht so schlimm. Ist es aber! Es ist so schlimm, dass ich noch immer schreien will, wenn ich darüber nachdenke. Man kann sich keinen Menschen vorstellen, der die Genitalien seiner Tochter aus (natürlich religiöser) Überzeugung verstümmeln läßt oder besser gesagt, man will es sich nicht vorstellen. Die Tatsache, dass noch heute mindestens 150 Millionen Frauen weltweit davon betroffen sind, sogar 500.000 allein in Europa, tut wirklich weh. Wer nicht glauben kann, was hier steht, überzeugt sich am besten selbst auf Waris Dirie’s Webseite über die Praxis von FGM (Female Genital Mutilation). Dort steht auch, was jeder von uns dagegen tun kann… wie zum Beispiel ich, die darüber schreibt auch wenn ihr dabei ein riesen Kloß im Hals sitzt.

Fazit
Trotz seiner grausamen Thematik ist der Film sehr amüsant. Der Aufstieg Diries vom Nomadenkind, das an einen alten Mann verheiratet werden soll, ihre Flucht zu Fuß durch die Wüste nach Mogadischu, von dort zum versteckten Dienstmädchen in London und schließlich zum Top Model, ist einfach unglaublich anzuschauen. Die Story ist dabei weniger spektakulär als einfühlsam und sachlich angelegt, was ich persönlich sehr schätze. Wüstenblume sollte man meiner Meinung nach gesehen haben.

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