Wenn ich mal so richtig meine Ruhe vor Berlin haben will, fahre ich am liebsten in den Spreewald. Über die Autobahn ist das gerade mal 45 – 60 Minuten entfernt und kaum bin ich da, grinse ich mir auch schon den Kasper aus dem Leib, denn ich bin ein ausgesprochener Spreewald-Fan. Warum?

Erst mal steh ich auf Wasser, es macht mich locker, es einfach nur anzusehen. Im Spreewald ädert sich das Wasser durch viele kleine Kanäle, auf denen es sich fein paddeln läßt. Und wer dazu faul ist, sich selbst fort zu bewegen, fährt eben Kahn.
Selbst paddeln geht schnell in Fleisch und Blut über, trainiert die Arme und führt zu verwunschenen Orten jenseits aller Zivilisation (zeitweise zumindest). Umgeben sind die Kanäle von Wald, Wiesen und kleinen Dörfchen, die allesamt den Eindruck machen, als gäbe es noch kein Satellitenfernsehen.
Dennoch ist der Spreewald recht modern, die Leute dort geschäftstüchtig, zuvorkommend und touristenfreundlich (was man andererorts im nord-östlichen Teil der Republik schon mal schmerzlich vermisst). So gibt es zu jeder Tageszeit irgendwo einen Imbiss, angefangen vom Spreewälder Gurkenteller über Spreewälder Sahnequark, ein Gericht aus lecker angerichtetem Quark, Salzkartoffeln, Zwiebeln und Leinöl, bis hin zum famosen Schwedeneisbecher, eine köstliche Ost-Erfindung: Vanilleeis in Apfelmus mit Sahne und darüber Eierlikör… sterb ich für und das obwohl ich Apfelmus wirklich scheußlich finde! Die Kombination macht es unwiderstehlich, wie man sieht.

Deftiger geht es auch, damit kenne ich mich allerdings nicht so aus, weil Fell und Feder-Vegetarier. Auch die Fischgerichte sehen köstlich aus. Es gibt Spreewald-Zander, Wels und Hecht, hie und da Forellen… also lecker. Dazu trinkt man ein Babben, ein rötlich trübes Bier. Gibt es auch in hell, allerdings ausschließlich im Babbenbrauhaus zu Lübbenau.
Kurz gesagt, der Winter ist vorbei, nachdem man zum ersten Mal durch den Spreewald gepaddelt ist. Bei uns war’s gestern, Karfreitag, soweit, wir hatten schönes Wetter und ein paar Hasen gab es auch. Hier einer in Rot.

Frohe Ostern!



