
Seit einiger Zeit quäle ich mich mit unserem typischen Mietwohungsbad. Es ist oll, es ist winzig, es ist billig und nervt. Da die Hausverwaltung wie alle Hausverwaltungen kein Interesse an unserem Wohlbefinden hegt, war die Entscheidung klar: Wir müssen uns selber helfen, am besten so, dass man beim eventuellen Umzug neu angeschaffte Schätze mitnehmen kann.
Die Idee ist das vorherrschende Weiß zu durchbrechen, mehr Stauraum zu schaffen, vielleicht mit einem Waschbeckenschrank aus farbigem Holz, dazu eine luftige Trennwand zwischen Badewanne und Waschbecken, am liebsten etwas mit viel grün, damit man beim Baden vom Urlaub träumen kann. Ansonsten hie und da ein Regal aus farbigem Holz, evl. das Türblatt von innen passend lasieren. Der rote Spiegel und unser Union-Jack-Klodeckel sollen bleiben, einen leichten 70s Touch möchten wir auch noch, am liebsten in einer Art Hotelzimmerstil. Gar nicht so easy.
Also begaben wir uns auf eine Odysee durch Bau- und Möbelhäuser. Das Ergebnis reichte vom unterdrückten Brechreiz aufgrund schauerlichen Designs bis hin zu ohnmachtsträchtigen Schocks aufgrund der Preisgestaltung – kurz: Es bleibt bloß IKEA… eine Wahl, die mir aufgrund der gewünschten Helmfreiheit doch eher schwer fällt.
Nichtsdestotrotz, wir fanden dort einen Kompromiss und sparten im Gegensatz zu den Angeboten, die uns sonst gefielen, ungefähr 1800 Euro für einen neuen Waschtisch inklusive Armaturen: Unsere Wahl fiel auf den Freden Waschbeckenunterschrank in schwarzbraun mit Höllviken Waschbecken und Apelskär Mischbatterie.

Dazu ein schmales, nicht zu tiefes Regal in Schwarzbraun (Benno) und diverse Ablagen. Damit’s besser zusammen passt, kaufen wir Behandla, die ach so tolle Ikea-Lasur in rot, denn rot soll ja bleiben. Und für die Hotelzimmeratmosphäre einen Satz Tundra Klicklaminat in schwarzbraun für die Wand hinter dem Waschbecken.
Für die Trennwand nehme ich ein einfaches Rosengitter ausm Bauhaus sowie einen Innenraum-Efeu mit ewig langen Ranken.
Die Probleme beginnen! Erst mal schleife ich Spiegelrahmen, Türblatt und -rahmen, die Ablagen und einen kleinen Holzhocker ab und trage meine Lasur dünn und vorschriftsmäßig auf. Das Rankgitter streiche ich ebenfalls, es ist unbehandelt und sollte die Farbe locker aufnehmen. So weit, so gut, in 2 Stunden ist angeblich alles trocken, wir brauchen für den Rest ja locker 3-4, also alles easy.
Nach 3 weiteren Stunden haben wir das alte Bad abgebaut und das Klicklaminat an der Wand. Sogar der Schrank ist aufgebaut und das Rankegitter, wenn auch noch teilweise klebrig aufgehängt. Nach einigem Hin und Her passt auch alles ganz super in unsere winzige Ecke und sieht schon nach Hotelraum aus, die lasierten Teile sind aber leider immer noch nicht trocken, da hilft kein Ach und Weh. Also erst mal das Wasserzeug zusammenbauen und anschließen, die Regale kann man später noch aufhängen und das Türblatt… na ja, da muss man eben aufpassen.

Und da wird Berlin durch den ersten Schrei erschüttert. Probleme natürlicherweise voraussehend fragen wir die Ikeatussi, ob Siphon und Zulauf denn auch flexibel zu haben seien. Sie behauptet, das sei doch Standard und lacht uns blinzelnd aus. Ich frage nochmal, einfach nur, weil ich weiß, dass viele Leute blöd sind. Sie besteht auf ihrer Aussage. War aber trotzdem gelogen, stimmt alles nicht. Apelskär besitzt zwei stabile Zulauf-Röhrchen, die natürlich zu kurz sind und der sau blöde Siphon besteht auch nur aus festen Plastikrohren. Und das an einem Sonntag mit null Möglichkeit der Alten den Kopf abzureißen.

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